Mißverständnisse können töten

Mißverständnisse können töten.
Zum Vorschlag von Kramp-Karrenbauer ―

Viele in der CDU seien dafür, daß dieser Dienst ein Jahr dauere und für Männer und Frauen gelte, sagte Kramp-Karrenbauer nun den Zeitungen. „Und sie gehen auch davon aus, daß der Dienst nicht nur für deutsche Staatsangehörige gilt, sondern auch für Flüchtlinge und Asylbewerber, die volljährig sind und in Deutschland leben.“ Sie halte das für einen „überlegenswerten Ansatz“. Quelle: n-tv.de , jve/dpa)

Mein Erlebnis in der Erdkampfschule La Courtine im unbesetzten Frankreich, Winter Anfang 1944. Wir hatten Waffenreinigen. In unserer Stube mit ca. 12 Mann belegt, waren unter uns Rheinländern auch drei Wiener. Unsere Dialekte waren, wenn wir es drauf anlegten, so was von Mißverständnissen. Ein Kamerad stammte aus der Steiermark. Ein verschlossener, wir Rheinländer nannten das Maulfauler, in sich selbst gekehrter Kamerad.
Er war der Bursche eines unserer Vorgesetzten. Zwangsläufig hatte er, neben seiner Waffe, auch die Pistole des Vorgesetzten zu reinigen.
Wir waren noch mit dem Waffenreinigen beschäftigt als der Vorgesetze den Raum betrat. Unsere übliche Hab-acht-Stellung. Der vorgesetzte forderte seinen Burschen auf, die gereinigte Pistole herzuzeigen – unser Steiermärker hob die Pistole auf Augenhöhe und  schoß ihm in den Kopf. Lähmung im ganzen Raum. Ich kann mir bis heute noch nicht erklären warum?

Nun lese ich die Ausführungen von Kramp-Karrenbauer, in der Bundeswehr Bürger mit ausländischen Wurzeln zum Wehrdienst einzuziehen.
Stelle mir meine erlebte Situation aus Anfang 1944 in der Erdkampfschule La Courtine vor. Der Unterschied zwischen den „Wienern“ und dem Steiermärker wurde zumindest über unser gemeinsames Hochdeutsch überbrückt. Zudem waren wir entweder evangelisch oder katholisch. Von Geburt und Erziehung her war somit eine gemeinsame Basis vorhanden.

Wie soll ein Muslim, zumal ein gläubiger Muslim, mit uns Deutschen, die wir noch kirchlich gebunden sind, oder auch nicht, jedoch sehr frei denkende Menschen sind, eine Gemeinschaft entwickeln?

Wir erleben es zur Zeit auf den Straßen unserer Bundesrepublik Deutschland fast täglich, daß ein schnell gezogenes Messer Argumente überflüssig macht. Und einen solchen „Kameraden“ sollen wir, im entscheidenden Moment, im Kampfeinsatz hinter unserem Rücken wissen?

Frau Kramp-Karrenbauer, wenn Sie es mit ihrem Gewissen verantworten wollen, daß junge Deutsche dieser Gefahr aus den eigenen Reihen ausgesetzt werden sollen, ist dies Ihre Sache. Jedoch sind weder Sie noch ein anderer Politiker berechtigt – vom wem auch – im stillen Kämmerlein in der Pfalz ihren Allerwertesten in Sicherheit zu wiegen und zu ermöglichen, daß Deutsche durch Mord aus „den eigenen Reihen“ zu Tode kommen.

Das Allerletzte wäre dann noch, als Nachfolgerin von Frau Merkel den Angehörigen dieses ermordeten Kameraden noch ihr Beileid aussprechen.

Vorausdenken ist die größere Schwester von Nachdenken.

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